Tausend Geschichten

Wolfgang Schoch

Isabelle Müller über Bildung für Kinder in Vietnam

Isabelle ist Schriftstellerin und Stifterin. Wir unterhalten uns über ihre Familiengeschichte und die LOAN-Stiftung.

08.07.2022 71 min

Isabelle ist Schriftstellerin und Stifterin. Bei beiden Tätigkeiten steht Vietnam im Mittelpunkt. Denn Isabelle ist die Tochter einer Vietnamesin, die ein sehr bewegtes Leben hatte. Ihre Mutter sollte als Kind für ein Schwein verkauft werden und flüchtete daraufhin. Diese Flucht dauerte viele Jahre an. Als junge Frau lernte sie schließlich den Vater von Isabelle kennen, einen französischen Soldaten, der im Indochina-Krieg diente.

Isabelle wächst in schwierigen Verhältnissen in Frankreich auf. Sie schafft es, nicht die Hoffnung zu verlieren und eine erfolgreiche Unternehmerin zu werden. Im Jahre 2015 erfüllt sie ein Versprechen, dass sie als Kind ihrer Mutter gab und schreibt eine Biografie über die Geschichte ihrer Mutter. Eine weitere Biografie erzählt ihre eigene Geschichte, die ebenfalls sehr bewegend ist. 

Die Beschäftigung mit den vietnamesischen Wurzeln und der Familiengeschichte führen schließlich dazu, dass Isabelle im Jahr 2016 die LOAN-Stiftung gründet. Diese Stiftung fördert die Bildung von Kindern in Vietnam. Im Gespräch unterhalten wir uns über das Leben von Isabelles Mutter, ihre eigene Geschichte und die Arbeit der Loan Stiftung. 

Ein kleiner Hinweis vorab. In dieser Folge geht es auch um sexualisierte Gewalt und sexuellen Missbrauch von Kindern. Falls das Themen sind, auf die empfindlich reagierst, dann solltest du diese Folge nicht oder zumindest nicht alleine hören.
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Credits
Host & Produktion: Wolfgang Schoch
Gästin dieser Folge: Isabelle Müller

Transkript

Die Episode zum nachlesen.

Hallo bei tausend Geschichten. Ich bin Wolfgang Schoch und in der heutigen Folge unterhalte ich mich mit IsabelleMüller. Isabelles Schriftstellerin und Stifterin. Bei beiden Tätigkeiten steht Vietnam im Mittelpunkt. Denn Isabelle ist die Tochter eine Vietnamesin, die ein sehr bewegtes Leben hatte. Ihre Mutter sollte nämlich als Kind für ein Schwein verkauft werden und flüchtete darauf hin. Diese Flucht dauerte viele Jahre an, junge Frau lernte sie schließlich den Vater von Isabelle kennen, einen französischen Soldaten, der im Indochinakrieg diente. Isabell selbst wächst in schwierigen Verhältnissen in Frankreich auf. Sie schafft es, nicht die Hoffnung zu verlieren und eine erfolgreiche Unternehmerin zu werden. Jahr 2015 erfüllt sie ein Versprechen, dass sie als junges Mädchen ihrer Mutter gegeben hatte. Sie schreibt ein Buch und zwar die Biografie ihrer Mutter, um ihre Geschichte weiterzuerzählen. Eine weitere Biografie erzählt die eigene Geschichte, die ebenfalls sehr bewegend ist. Beschäftigung mit den vietnamesischen Wurzeln und der Familiengeschichte führen schließlich dazu, dass Isabell im Jahr 216 die Luanstiftung gründet, Diese Stiftung fördert die Bildung von Kindern in Vietnam. Gespräch unterhalten wir uns über das Leben von Isabels Mutter ihre eigene Geschichte und die Arbeit der Luanstiftung. Ein kleiner Hinweis vorab, in dieser Folge geht es auch um sexualisierte Gewalt und sexuellen Missbrauch von Kindern. Falls das Themen sind, auf die ihr empfindlich reagiert, dann solltet ihr diese Folge nicht oder zumindest nicht alleine anhören. Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem Gespräch mit IsabelleMüller. Hallo IsabelleMüller, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für unser Gespräch heute. Ich freue mich ganz arg drauf. Bevor wir wirklich anfangen mit dem Gespräch ähm kannst du dich vielleicht ganz kurz mal vorstellen. 
Isabelle
00:01:56
Ja hallo Wolfgang. Danke, dass ich hier sein darf. Hm mich vorstellen, ja äh ich bin äh Schriftstellerin aus Leidenschaft. Ich bin Stifterin aus Leidenschaft, und äh ich bin Mensch aus Leidenschaft würde ich sagen. 
Wolfgang
00:02:12
Also ich finde das wirklich sehr gut, weil äh Leidenschaft finde ich toll und wenn du die dreifache Leidenschaft jetzt in dir vereinigst, ähm dann kann das nur ein leidenschaftliches Gespräch werden über leidenschaftliche Themenwelt womöglich, Ähm du warst im März in Vietnam und hast dort dein neues Buch vorgestellt, das auf Vietnamesisch erschienen ist. Ich finde es erstmal sehr bemerkenswert, dass dein Buch auf vietnamesisch erscheint, denn ich bin ehrlich, wir waren nicht klar, dass das so ein großer Buchmarkt ist, weiß nur Bücher in Europa, die erscheinen eventuell noch in Amerika oder im im englischsprachigen Ausland. Ähm was hat's denn mit diesem Buch auf sich und warum ist das genau in Vietnam erschienen? 
Isabelle
00:02:55
Dass es in Vietnam erschienen ist, hat damit zu tun, dass ich halbe Vietnamesen bin. Also meine Mutter stammte aus Vietnam und mein Vater war ist Franzose, er lebt noch. Äh also ich bin Euraserin und lebe in Deutschland und habe diese Bücher, also, die beiden Biografien, die ich verfasst habe vor einigen Jahren, einmal die mütterliche Biografie und einmal die meine. Äh habe ich erstmal in Deutschland äh veröffentlichen lassen. Äh. Das Interesse der mütterlichen Biografie äh wuchs mit der Zeit äh als klar wurde, also auch äh, dem Land Vietnam, dass sie sehr wenige Zeitzeugen gibt. Äh meine Mutter äh, Ist ihm Jahre 1929 geboren und hat die ganzen Geschehnisse, die historischen Geschehnisse vor den Indosinakrie erlebt. Also sie war ein junges Kind. Und äh damals als Mädchen durfte sie keine Schule besuchen, also hatte null Zugang zu Bildung. Sie wurde dann verkauft gegen zwei Schweine und ein Stück Acker. 
Wolfgang
00:04:04
Mutter wurde verkauft. 
Isabelle
00:04:08
Genau. Äh so das war zu der damaligen Zeit üblich. Äh die Mädchen hatten null Rechte und äh sie ist dann dieser Hochzeit äh also vor dieser Hochzeit geflohen. Äh da war sie nicht mal 12 Jahre alt sie ist dann zu Fuß geflohen, äh riskierte ihr Leben. Ähm sie ist dann ähm in Richtung Norden gegangen, anstatt nach Süden, Nach Süden ist sie nicht gegangen, weil da ähm ihr Bruder unterwegs war und er hätte sie umgebracht hätte, der sie äh gefunden. Deswegen sind erst nach Norden geflogen und so weiter, geflohen, meine ich und dann ähm hat sie so viel erlebt, also sie hat äh die die Zeit erlebt, wo die wo äh seine Revolution angefangen hat. Äh da war dieser Vorfall von der Bombardierung ihrer Heimatstadt, also HIV ähm, Und da äh begann Hushimin äh diese diesen Widerstand. Und meine Mutter hatte eine Ader äh dafür, sich immer mittendrin im Geschehen zu befinden. Sie war sehr neugierig, aber wollte eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Sie wollte selbst bestimmen, wie sie lebt, mit wem sie lebt und sie äh wünschte sich nichts äh äh anderes als Ruhe. Und äh genau das Gegenteil geschah. Äh sie war also sie hat das alles miterlebt äh die die der die Anfänge äh der der Wirdmin die dann äh den Widerstand auch ähm vorangetrieben haben. Sie war sie wurde auch mal äh ins Gefängnis, äh also sie hat vieles erlebt und das alles habe ich dann in einem Buch zusammen ähm gefasst und. Dieses Buch ist ähm ist sehr wichtig. Es schließt eine geschichtliche Lücke, im Land Vietnam und das ist der Grund, warum die Vietnamesen ein sehr großes Interesse bekundet haben, An dieser Übersetzung und äh dieses Buch ist ja ein Bestseller in äh Vietnam. Ja und daraufhin äh hieß es, ja es gibt ja eine Folge auf dieses Buch, das ist dann meine eigene Biografie. Äh ich hatte mich drum gekümmert, dass die diese auch ins Vietnamesische übersetzt äh wird, ähm ja äh in den Coronajahren war es soweit, ähm dass man äh fertig war und das Buch einem Verlag vorstellen konnte und das war äh kaum habe ich es bekundet, dass das, fertig ist. Äh drei Wochen später hatte ich dann den den Vertrag äh vorliegen. Also das Interesse ist enorm, zu dem ich, So wie meine Mutter es auch getan hatte. Meine Mutter hatte ja zu ihrer Zeit eine kleine Revolution angestiftet und zwar die Revolution, für Frauenrechte. Ja. Ja, sie hat sie hat sich nicht damit abfinden wollen. Äh keine Rechte zu haben, nicht dieselben Rechte wie die Buben. Ja, sie war ein Mädchen, das war Mädchen untersagt, eine Schule zu besuchen, Nur wenn du aus wohlhabenden Familien stammtest, dann durftest du eine Schule besuchen, aber äh du du hattest nichts zu sagen. 
Wolfgang
00:07:31
So die ganz normalen Mädchen damals, die die wurden verkauft gegen Schweine, durften keine Schule besuchen. Okay. 
Isabelle
00:07:37
Genau. Genau, also du wurdest dann zur Heirat versprochen, äh zack, war ein Sohn oder ein Nachbarsohn ähm die Familie hatte dann Grund und dann ich war es längst ausgemacht manchmal waren auch schon die die Kinder äh in den in noch im Bauch der Mutter, dann hieß es wenn es ein Junge wird dann, Es ist klar, dann übernimmt er dann die Führung der Familie, je nach, je nachdem, wann er geboren wurde und wenn es in Mädchen ist, dann wird sie verheiratet mit dem und dem und dem. Ja so, und ähm das fand meine Mutter natürlich ungerecht, Da hat sie äh sich gewehrt. Also hat wurde mehrmals äh fast zu Tote verprügelt und äh letztendlich, wo sie merkte, dass die Hochzeit äh näher rückte, ist sie abgehauen. 
Wolfgang
00:08:24
Da war sie 12 Jahre alt, hast du gesagt. Nicht mal zwölf. Das war dann Anfang der 1940er Jahre. Ja. Ja. Und dann ist sie nach Norden geflohen. 
Isabelle
00:08:34
Genau und äh hat dann in Kohlegroben gearbeitet, die hat als Sängerin in einem Theater äh ein paar Monate gearbeitet. Also sie war hübsch und hatte eine gute Stimme, Also sie hat sie hat auch als Hausmädchen oder Mädchen für alles äh gearbeitet und äh die hat etliche Male fast ihr Leben verloren, also auf diese Reise, auf diese Odyssee. Also sie wäre A daheim fast zu Tote verprügelt worden, weil sie sich gewehrt hat. Dann auf diese auf dieser Odyssee äh einmal wurde sie auch von einem tollwütigen Hund gebissen, ist nicht daran gestorben, ne? Also man sagte Jahre, man glaubte jahrelang, dass Tollwut äh unheilbar sei, stimmte nicht. Du kennst ja vielleicht die die alten Geschichten von, ähm Medizinmännern, also so in Asien oder in Orient hat man oft so alte Rezepte gehabt. 
Wolfgang
00:09:26
Kräutern und solchen Sachen, ja. 
Isabelle
00:09:26
Und so weiter, genau und das war ja der Fall. Sie wurde gerettet, mit den Kräutern des Wahnsinns, wie man sie dort nennt, ja, also sie sie hat es schwer ausgespitzt, würde man sagen. Äh sie ist einmal auf ihrer Flucht ähm, vor dem vor dem äh Bruder und auf der Flucht vor dem beginnenden Krieg äh ich sie mal von einem von dem vierten Sto, gestürzt, da sie hat äh zu dem Zeitpunkt als Wasserträgerin gearbeitet, hat Wasser geliefert. In Gebäuden, die zerbombt waren und hat war neugierig und wollte dann die Landschaft anschauen und äh sie wusste nicht, dass der Balkon auch nicht fest, mehr, nicht fest genug war und ist dann samt Balkon vier Stock. 
Wolfgang
00:10:11
Vier Stockwert. 
Isabelle
00:10:12
Stockwerke tiefer äh gelandet auf Holzkisten, aber nichtsdestotrotz alle Knochen waren kaputt, ja? Sie konnte nicht mehr sprechen, Steißbein war kaputt, dreifacher Schädelbruch, das das hat man eher später gemerkt in Frankreich, wo sie, dann äh geräumt wurde, dann hat man gesagt, hey, sie haben ein dreifachen Schädelbruch. Ihre Rippen sind so aneinander geschweißt. Äh, Also sprich, sie hat unheimlich Glück gehabt, äh aber äh landete in einem Lazarett, also Krankenhaus, haha, zu der damaligen Zeit gab es nur einen Platz zum Sterben oder zum Überleben. Gab keine Medikamente und da blieb sie äh über einem Jahr äh dort in diesem Lazarett musste alles lernen, sprechen, gehen, und so weiter. Also so so Sachen hat sie erlebt oder. 
Wolfgang
00:10:59
Wie alt war denn deine Mutter, wenn ich fragen darf als 17 als dieser Unfall passierte? Das heißt, sie war da schon sechs, 7 Jahre auf der Flucht. 
Isabelle
00:11:07
Sie war ständig auf der Flucht in ihrem Leben, also ja bis sie dann in Frankreich gekommen ist, ähm also danach die Flucht, also eine andere Art von Flucht, ähm aber wie gesagt, sie hat auch zum Beispiel beim Wasserholen ähm, den selben Weg tagtäglich genommen und äh irgendwann mal hört es ja eine Explosion hinter sich und da war, eine Mine, der Mann hinter ihr war in zwei Stücken aufgeteilt und. Erlebt ja und auf jeden Fall meine Mama hat dann äh ihren Mann äh zukünftigen Mann kennengelernt, das war mein Vater, er war Soldat und sie ist ihm gefolgt äh nach Frankreich und da begann die nächste Flucht, denn mein Vater war Berufssoldat und wurde nach Algerien geschickt und meiner Mutter war dann als Kolonial Trophäe, die Franzosen hatten grad den Krieg verloren das war vierundfünfzig, 1954 und dann mussten die Franzosen sich zurückziehen, das Land verlassen und ähm, Ja und dann kannst du dir vorstellen, wie die Stimmung war, meine Mutter ganz stolz in ihrer Tracht, ja, vietnamesischen Tracht in Frankreich, da war sie nicht sehr willkommen, ne. 
Wolfgang
00:12:19
Ja 
Isabelle
00:12:20
Ja also da wurde sie auch mal Diskriminierung ausgesetzt und Rassismus und die Schwiegerfamilie hat sie gehasst äh und äh das ging nicht und da ist sie lieber in den algerischen Krieg äh gezogen, also. 
Wolfgang
00:12:31
Vater zusammen dann. 
Isabelle
00:12:32
Meinem Vater zusammen, da ich sehr herzlich ähm ja eingeschieft als blinde Passagierin mit Baby. 
Wolfgang
00:12:38
Als blinde Passagiere mit dir dann als Baby oder. 
Isabelle
00:12:41
Äh mit meinem Bruder Champignon, ja. Er war Säugling, Also das ist das erste gemeinsame Kind äh von meinem Vater äh mit meiner Mutter und äh da haben sie vorgegaukelt beim Einschiffen. Die haben gewartet, bis das Schiff kurz ablegt und äh sind gerannt und haben gesagt, die Papiere kommen nach, Und äh die Papiere kamen natürlich nicht nach, Kann man auch ähm nachweisen, dass wenn man in schiefgeht von den von der meist Machseiller Zeitung. Äh dieses Schiff, auf dem meine Mama sich befand, hatte 20 Minuten Verspätung und das ist, weil der Kapitän sagte, ja wir haben Soldat an Bord mit vietnamesischer Frau und Säugling. Die haben die warten auf die Papiere. Kamen nicht. Und es wurde dann am nächsten Tag so gedruckt, äh dass diese ja, dass das Schiff Verspätung hatte. 
Wolfgang
00:13:33
Okay. 
Isabelle
00:13:34
Wegen meiner Mama. Ja, sie hat sich dann versteckt in einem Rettungsboot und natürlich äh schrie der Säugling irgendwann mal und dann wurde sie gefunden und, Dann sagt sie dem Käpt'n schmeißen sie mich über Bord oder lassen sie mich mitgehen? Ja, die Papiere wurden nachträglich ausgestellt. Genau ja und und dann war das Interesse sehr groß ähm äh meine Biografie ist dann wie gesagt erschienen im März, also am zehnten März äh zwanzig zweiundzwanzig, und ich bin dann äh kurz ein paar Tage darauf äh, Nach Vietnam geflogen nach zweieinhalb Jahren Abwesenheit bedingt durch Corona und da durfte ich persönlich mein Buch vorstellen und, Das war das war ein riesen riesen Empfang also da das hatte ich gar nicht erwartet. Also ich wusste, dass dass sie schon, Äh interessiert waren, ja, weil ich ich spreche, also zum Thema Revolution anstifteln, wie meine Mutter eine kleine Revolution angestiftet hat bezüglich Frauenrechte. Und Selbstbestimmung. Habe ich eine kleine Revolution jetzt angestiftet bezüglich sexualisierte Gewalt. Das also in einer Traditionsgesellschaft, also die vietnamesische Gesellschaft ist. Sehr traditionsbehaftet, also man respektiert. Die Eltern, man hält sich an die Regeln, man kann auch heiraten, also wenn die Eltern einen Partner, ausgesucht haben, wird in der Regel nicht widersprochen. Also obwohl es offiziell nicht so ist, aber es ist doch so. Es wird nicht gern gesehen, wenn wenn Frauen ähm oder auch Buben äh auch mal das tun, was sie, gerne tun möchten, also in manchen Familien. Also ich würde sagen, in den Großstädten ist es ein bisschen freier, äh aber auf dem Land ist es nach wie vor wie früher. Äh und vor allem, was das Thema sexueller Missbrauch äh betrifft oder Gewalt gegen Kindern, gegen Mädchen, gegen Buben oder Anders sein, also auch. Zum Beispiel äh andere geschlechtliche Liebe oder gleichgeschlechtliche wie sagt man, gleichgeschlecht. 
Wolfgang
00:15:52
Geschlechtliche Liebe, ja. 
Isabelle
00:15:54
Gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht gern gesehen. 
Wolfgang
00:15:57
Ein richtiges Tabuthema in. 
Isabelle
00:15:59
Alles tabu, Tabu, Tabu-Tabu. 
Wolfgang
00:16:01
So was ist so was auch illegal, weil es gibt ja auch Länder, in denen es beispielsweise Homosexualität illegal. 
Isabelle
00:16:06
So ist es ist bekannt, aber es wird toleriert. Also sagen wir so, die. Man weiß, dass es das gibt, aber es wird toleriert, aber wenn man wirklich direkt mit den Familien, mit den Materiachen spricht, wird es nicht. Also ist es leider so. Ja und zum Thema sexuelle sexualisierte Gewalt und vor allem Kindesmissbrauch. Äh das ist noch absolut ein Tabu. Absolut, also so wie so wie es in Europa, in den fünfziger, 60er Jahren war, ist es dort noch der Stand. 
Wolfgang
00:16:37
Ja. Ist es dort noch der okay. 
Isabelle
00:16:39
Das ist natürlich klar, dass mein Buch Peng gemacht hat. Äh eine Zeitung hat angefangen und ich war zwei Wochen in Vietnam und in den zwei Wochen habe ich. Fast 50 Presseartikel gehabt in also in den landesweiten Zeitungen, also von vom Norden bis zum Süden querbeet, ich war die erste ausländische Frau die nicht die nicht fließend Vietnamesisch spricht, die eingeladen wurde, Fernsehen. 
Wolfgang
00:17:13
Okay, wow. 
Isabelle
00:17:14
Ich habe doch keine Zeit gehabt, die Sendung auf meine Webseite zu stellen, also auf die Schriftsteller-Webseite äh kommt's demnächst und auf der Stiftung Webseite kommt's auch, aber das war eine große Ehre. Das war plötzlich ein Ding, hey, Okay, was haben Sie denn zu sagen? Ich habe gesagt, ja das und das und das habe ich zu sagen. Dann hieß es von also von einigen offiziellen, Seiten. Ja, wir wissen, dass es Probleme gibt, also von der Presse, Die Fragen, ich habe sehr viele Interview-Fragen gehabt, ich verbrachte Tage oder Abende, nur damit äh diese vielen Seiten zu beantworten. Also die Fragen waren zehn Stück, aber ich habe hier fünf Seiten geschrieben, das würde ich sagen. Dann hieß es, okay, wir wissen, dass es ein Problem ist, Es wäre falsch, das zu leugnen. Das ist bekannt. Was schlagen Sie vor? Wie können wir denn diese Probleme lösen? Und das ist natürlich super, denn meine Antworten wurden nicht gekürzt. Meine Antworten wurden nicht zensiert. Daran merke ich, dass das Land bereit ist zuzuhören, weil das Land weiß, dass es ein Problem hat und das ist ein gewaltiges Problem, äh ein Problem, das man in den Griff bekommen sollte. Und das Schöne ist, meine Antworten, meine Vorschläge ähm die waren ganz schnell. Ich habe so ein Vier-Punkte-Plan gemacht. 
Wolfgang
00:18:36
Wie sieht denn dieser Vier-Punkte-Plan aus. 
Isabelle
00:18:38
So ungefähr. Äh erstmal dass dass das Thema angesprochen werden muss innerhalb der Familie. Also es gehört zur Erziehung, dass die Kinder aufgeklärt werden. 
Wolfgang
00:18:53
So generell über Sexualitäten. 
Isabelle
00:18:54
Über Sexualität, ja, A und B, dass wenn jemand äh das Kind anfasst, dass es nicht normal ist und dass man sich anvertrauen sollte. Da beginnt es, man darüber spricht und dass das Kind aufgeklärt wird und erzogen wird entsprechend. B, gehört es genauso im Schulprogramm, also in der aus schulischen Ausbildung, die Lehrerschaft, weil sexuellen Missbrauch und Kindesmissbrauch gibt es in allen Schichten. Es gibt's auch unter Lehrer, Ich will niemandem was unterstellen, aber es gibt überall. Das ist das Schlimme dabei, So ja wie eine Krankheit, so wie Corona. Es beschwindet sich überall in allen Schichten, überall. Deswegen sollte man achtsam sein und deswegen sollten die Lehrer auch gut darauf vorbereitet werden. Sie sollten speziell geschult werden und das Thema sollte auch mal in der Schule angesprochen werden. Ähm, Einmal im Monat, keine Ahnung, oder sei es einmal im Semester, dass man sagt, heute haben wir ein Thema, wir sprechen mal eine Stunde darüber oder zwei, dass dass die Kinder wissen und und das sollte dann bei jeder äh bei jeder Altersklasse, also bei jeder äh Stufe, angesprochen werden vom Kindergarten bis bis zum Abitur. Viele Kinder sind nicht informiert. Viele haben Angst, andere wären eingeschüchtert, äh andere werden bedroht, äh andere denken, das sei normal, Schutzbefohlener eher der Schutzbefohlene, dem muss man gehorchen. Na, so machen sie alles. Also diese Sachen müssen dann entkernt werden. 
Wolfgang
00:20:35
Dass die Kinder auch sensibilisiert werden und auch die ganze Bevölkerung dafür sensibilisiert wird. 
Isabelle
00:20:39
Genau. Das ist dann Punkt zwei. Ich denke, Punkt drei, ich muss noch mal lesen, was ich geschrieben habe. Punkt drei ist ähm. Auch aufzuhören in der Gesellschaft die Opfer sexualisierter Gewalt zu stigmatisieren. 
Wolfgang
00:20:55
Viet Vietnam? 
Isabelle
00:20:56
Absolut. Absolut. Man schämt sich, dass man Opfer äh, oder war, das erinnert mich an diese Geschichte in Saudi-Arabien, ja. Eine junge Frau wird vergewaltigt, ja, äh und und ähm zeigt es an, Nicht der Täter wird, wird ähm äh verurteilt, sondern. Weil sie dann Geschlechtsverkehr hatte mit einem verheirateten Mann. Hallo, wo sind wir denn. 
Wolfgang
00:21:24
Ja, ich kann mich erinnern an diese Meldung. Ich habe das auch gelesen. 
Isabelle
00:21:26
Die Frau wurde dann äh Gott sei Dank äh nach Hause gebracht und aber das ist eine Schande. Und. Dort ist es immer noch so, also ich denke, in in Asien im Allgemeinen, aber in Vietnam ist es leider noch so, dass also oft, dass äh dass dass die Opfer sich nicht mehr trauen sich jemandem anzuvertrauen, weil die genau wissen, sie sind eine schlechte Person, Ja, Sie haben etwas verbrochen. Ja, Sie sind zum Beispiel äh nicht mehr Jungfrau, Also das ist ein großes Thema. Ähm äh sie sind, sie sind befleckt. Ja, Sie müssen diese Last tragen und sie werden dann beschimpft, manche werden geschlagen und also sie werden wirklich ähm stigmatisiert und das sollte aufhören. 
Wolfgang
00:22:14
Ja, auf jeden. 
Isabelle
00:22:15
Weil da soll da gerade, sollte man das so so machen, dass man sagt, hey, die Schule fliegt nicht an dir, sondern an dem Täter oder an der Täterin und die gehören verurteilt. So, das war mein Punkt drei. Und mein Punkt vier war die Gesetzgebung. Gesetzgebung, also der Gesetzgeber, soll, Also es gibt schon Gesetze, äh dagegen, ja also es ist so, dass man dass man da Urteile fällt, wenn es wirklich nachgewiesen wird, dass jemand was verbrochen hat in dieser Beziehung, aber das ist nicht genug, Es ist nicht genug, also die vieles, es gibt eine ganz hohe Dunkelziefer und wenn die Opfer wissen, dass ihnen kein Gehör geschenkt wird und dass die Gesetzgebung den Täter freilaufen lässt gegen 5hundert Euro. Dann macht es keinen Sinn. Äh es sollte zum Beispiel ganz, ganz streng sein, genauso wie bei Drogen. Drogendealer ja, also, Jemand kriegt lebenslänglich oder sogar wird zum Tote verurteilt. Also ich Also ich weiß nicht, ob es zum Tode äh eine Verurteilung gibt dort, aber es wird sehr, sehr streng. Verurteilt und genauso sollte dieses Verbrechen verurteilt äh verurteilt werden durch Gesetze wenn die Opfer merken, weil die haben auch bemängelt, dass die Opfer den Mund nicht aufmachen. Ja die wir wissen, dass es diese Dunkelziffer gibt, aber die Leute sprechen nicht darüber. Ja warum sprechen sie denn nicht darüber, Sie genau wissen, dass es nichts bringt, darüber zu sprechen, was sowieso was macht dann der Gesetzgeber, der gibt mir nicht mal Recht. Und und das, wenn man diesen Punkt ändert, wenn man ähm die Rechte der Opfer äh stärkt und sagt, wir A glauben wir dir. Du kannst es beweisen, ja. Äh und und, der Täter wird bestraft. Also wenn jemand genau weiß, dass er lebenslänglich, oder das Jahr zehn Jahre in den Knast landet, weil er ein Kind vergewaltigt hat? Ja. Ja, dann überlegt er sich das zweimal. 
Wolfgang
00:24:23
Größere Abschreckung auf jeden Fall. 
Isabelle
00:24:25
Das garantiere ich dir, wenn es bekannt ist, dann überleg man sich das. Es ist doch man sieht es doch an der Wirkung der der Gesetze ähm mit Drogen. Wenn jemand im Besitz von Drogen erwischt wird, landet er Innenknast und das ist knallehart. Da will keiner landen. Ja warum ist das nicht machbar? Mit dem eigenen Körper, mit der Seele, der Kinder, die dann zerstört wird, Warum ist es denn nicht machbar? Ist dann die Seele eines Kindes oder eines Menschen weniger wert als Koks? Das ist meine Frage und das habe ich angesprochen und das ist mein Punkt hier. 
Wolfgang
00:24:55
Was glaubst du, warum das Vietnam so ist, dass die Gesetze da nicht so streng sind als im Vergleich beispielsweise Drogenhandel oder zu anderen Verbrechen? 
Isabelle
00:25:04
Das ist nicht nur in Vietnam so, das ist weltweit. Also Frankreich ist nicht besser. Ja. Weißt du Frankreich? Damals gab es die diese Verjährungsfrist, ja. Also das Verbrechen verjährt nach 30 Jahren, Ja, also es war mal so. Ja, also sprich, Es ist der Gesetzgeber hat damals unwissend oder bewusst, ich möchte es nicht unterstellen, aber ich, Tipp eher auf unwissend, gedacht ja, 30 Jahre sind eine Ewigkeit. Da hat doch jemand mal Zeit, den Mund aufzumachen. Sorry. Sorry, aber in dem Fall, wenn jemand so was erlebt, ist sie so tief und so schmerzhaft, dass die nur die wenigsten Menschen, in der Lage sind, darüber zu sprechen. Es gibt Menschen, die werden niemals den Mund aufmachen ihr Leben lang, weil es so schlimm ist, und es ist oft der Fall, dass erst wenn die Person, ob Mann oder Frau. Äh erst, wenn diese Person erwachsen ist, A realisiert sie das Ganze. B ist sie vielleicht in der Lage zu sagen, mir ist es auch passiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, wo ich dann meine Biografie veröffentlicht habe ähm für nix Tochter äh, Dass ich die Opfer ermutigt habe, den Mund aufzumachen. Das war eine Welle, die ich da auch ähm äh verursacht habe, mein Buch ist im im Jahre 2009 erschienen beim Fischer Verlag, also Krüger Verlag. Ja. Und im Jahre 210 gab es die Missbrauchswelle. Warum. Plötzlich kommt jemand, eine kleine Frau Müller und macht den Mund auf und sagt, hey, das könnt ihr genauso machen. Macht den Mund auf, sprich darüber, traut euch. 
Wolfgang
00:26:52
Es gibt halt, denke ich mal, das Gefühl, dass man nicht alleine ist. 
Isabelle
00:26:56
Genau und und das ist keine Schande. Warum soll ich denn die Schuld von dem Täter auf mich nehmen? Hallo? 
Wolfgang
00:27:01
Die Schande ist dann eher, wenn man das so sagen möchte, bei der Person, die was getan hat. 
Isabelle
00:27:05
Ganz genau. Ganz genau. Warum die Person das getan hat, das das müssen dann die Psychologen klären. Aber die Tatsache, der, Dass diese Schande, diese Schuld nicht auf die Opfer äh getan werden sollte, sondern auf die Täter, und äh weil ich sage ja jemand, der sich an Kinder vergreift, hat ja nicht den Mut, sich an Erwachsenen zu zu vergreifen, ja. Also das ist der Punkt, Ja und und daher also es hat nicht nur mit dem Land zu tun, also ich das Problem ist weltweit und apropos Verjährung zum Beispiel, Frankreich hatte zum Beispiel viele Jahre äh gesagt, okay äh sexueller Missbrauch, Kindesmissbrauch verjährt nach 30 Jahren. So. Das haben Sie geändert im Jahr 208zehn. Ja, nach 20 Jahren. Äh äh also früher war das 20 Jahre und jetzt ist es 30 Jahre, die haben's verlängert um zehn Jahre, weil sie begriffen haben, dass viele Opfer länger brauchen, um sich zu öffnen und das ist ich würde noch viel weitergehen, Ich würde sagen, es gibt keine Verjährung. Denn die Wunden, die die Narben sind immer da. Ja, diese Narbe kannst du nicht wegtun, die bleibt in der Seele. Die mag verheilt sein, aber die Narbe ist da. Eine Narbe erinnert an eine Geschichte. Deswegen ich bin gegen Verjährung. Ja. So und das sollte man klipp und klar sagen und knalle hart im Gesetz. 
Wolfgang
00:28:33
Gerade bei solchen Delikten. Ähm man bekommt es in den Medien ja immer wieder mal mit, finde ich, wenn da so große Missbrauchsskandale irgendwo wieder wieder auftauchen. Also in der Vergangenheit ja oft im Zusammenhang mit der Kirche. Auch so Geschichten kommen, dass Dinge passiert sind vor vielen, vielen Jahren und die Leute sind heute vierzig, 50 Jahre oder älter und sprechen jetzt erst darüber, weil sie ja vorher, sich trauen oder ich also ich bin ja kein Betroffener vielleicht nicht bereit waren davor oder Angst hatten oder oder sich vielleicht auch geschämt haben. 
Isabelle
00:29:06
Ja, das sind viele, weißt du, es gibt so viele Unterschiede, also die die katholische Kirche und viele, die katholische äh Kirche insbesondere äh hat ja viele Mitglieder verloren auch, ja, weil man das auch noch verharmlost hat, ja also es gab so einen Bischof irgendwann mal im Jahr 2tausend9 oder zehn hat er gesagt, ja da seien nur Kinderspiele, harmlose Kinderspiele. Nein, es sind keine harmlose Kinderspiele. Oder jetzt kürzlich wieder. Äh da wurde mal äh Geld, also ich glaube 500.000 Euro entnommen von einem Topf, von von Geldern, die eigentlich dafür vorgesehen waren, für Missbrauchsopfer, Entschädigung, Und da diese 500.000 hat man entnommen aus der Kasse, um die Spielschulden zu begleichen von einem Pfarrer. Krank ist das. 
Wolfgang
00:30:02
Habe ich auch gelesen. 
Isabelle
00:30:03
Krank ist das. Ich meine, das geht grad weiter. Also das, was die Opfer, das ist eigentlich eine eine Schande, das ist eine Beleidigung, eine Missachtung der der ganzen Opfer, Deswegen, also das ist für mich keine Kirche, Ja, das vertritt nicht meine Werte. Und es ist nicht nur in der Kirche, man man soll auch sehr oft differenzieren, weil man hat man kann Missbrauch sexualisierte Gewalt äh nicht in einen Topf, also unter einen Kampf äh äh wie sagt man, nur dahin kam ähm. 
Wolfgang
00:30:36
Glaube ich oder. 
Isabelle
00:30:39
Ähm. Das es sind so viele Unterschiede, auch mit der Me Too Bewegung, weißt du? Man kann sagen, ja Metoo, Mito, alles toll. Ja, also auch in Frankreich gab es auch mal vor vor ein paar Jahren ein ganz hoher Politiker, der äh ja Mail also ganz hohes Tier in der Politik, da, Da ist ja auch immer durch den Kakao gezogen worden, weil er dann seine eigene Tochter ja missbraucht hat und so weiter. Also die Menschen trauen sich auch mehr, aber äh man soll auch mal differenzieren. Natürlich, mit auch mit der Me too-Bewegung ähm. Es gibt solche und es gibt solche. Ich bin sicher, da wurden mal äh viele äh missbraucht, aber es gibt auch die anderen, die, Mal wussten, worauf sie sich einlassen. Also da muss man immer im einzelnen Fall schauen, wie es ist. Also ich möchte nicht äh alle Menschen abstempeln. Man sollte auch mal einzeln äh den Fall betrachten, aber. In der Regel ist es nachweisbar und in der Regel wissen die Menschen also weiß das Umfeld, was da passiert, ob Kinder geschlagen werden oder. 
Wolfgang
00:31:52
Man schaut dann eben weg, weil man sich nicht einmischen möchte oder? 
Isabelle
00:31:55
Äh früher war das so, wenn man etwas gesagt hat, wurde man gehorcht und hat dann zu hören bekommen, es spricht nicht darüber. Oder was sagst du da? Ja, also so das kann man in fast jeder Familie hören, leider. Ja, aber die Zeiten ändern sich und daher finde ich es großartig, dass äh Das äh äh Vietnam, also das Buch so empfangen hat und äh auch mal darüber nachdenkt, was können wir tun. Und das Schöne ist, ich habe ja in Deutschland sehr viel Erfahrung gesammelt die Lesungen und äh auch durch die durch die Kontakte mit so ähm Schutzorganisation, also Kinder Hilfsorganisation und da habe ich die Essenz quasi daraus filtriert und, Daher konnte ich mal äh sagen, okay, ich würde so in den in diesem Vier-Punkte-Programm resümieren. Wenn man das schafft, dann hat man das Problem äh quasi gelöst oder, dem Problem entgegenwirken mit Erfolg. 
Wolfgang
00:32:53
Dein erstes Buch über deine Mutter, diese Biografie, die ist ja zuerst erschienen und die war ja in Vietnam auch sehr erfolgreich, weil das so ein Stück Zeitgeschichte war. 
Isabelle
00:33:03
Mhm, also sie ist zuerst erschienen als als zweites Buch in Deutschland erschien. Mhm. Da habe ich an dem äh Kindle Storyteller Award teilgenommen. Ja. Ähm und sie ist, erste äh Biografie in Vietnam erschienen, genau, nicht in Deutschland. 
Wolfgang
00:33:20
Und die war ja sehr erfolgreich in Vietnam, weil sie eben dieses Stück Zeitgeschichte war und da wirklich dann auch viel darin berichtet wurde, wie diese Zeit damals war, wie deine Mutter das alles erlebt, und das war ja, wie du's gesagt hast, sehr spannend für die ganzen Menschen in Vietnam, weil weil da so eine wie hast du's gesagt, eine Lücke einfach da ist, an Informationen. Glaubst du, dass dir dieser Erfolg geholfen hat bei deiner eigenen Biografie und die auch in Vietnam dann so erfolgreich zu verlegen? Man dich schon kannte, weil man. 
Isabelle
00:33:52
Ja, also in Vietnam bin ich inzwischen sehr bekannt, Ja, also geschadet hat's nicht. Äh ich würde so sagen, das das hat nicht geschadet, weil die Menschen wussten, okay, also sie interessieren sich sehr für äh Biografien und für äh fremde Schriftsteller. Ja aber ich ich denke bei meiner bei der Biografie meiner Mutter war das ähm. War das sehr wichtig, weil es fehlt eine ganze Generation. Also die Generation meiner Mutter. Fehlt also viele Männer sind durch den gestorben. Wurde ausradiert. Du musst dir vorstellen, die haben Vietnam hat ja quasi 30 Jahre am Stück Krieg erlebt, Ja also es war nicht nur die Franzosen, es war davor waren die Chinesen, dann die Japaner, dann dann die Franzosen, dann äh die Engländer zwischendurch, dann die Amerikaner und so weiter. Also das hörte nicht auf, ja. Und äh das sind sehr viele Menschen gestorben und diejenigen, die übrig sind. Können oder wollen nicht darüber reden, äh weil sie auch traumatisiert sind. 
Wolfgang
00:35:05
Nachvollziehbar. 
Isabelle
00:35:06
Und die, die gerne darüber gesprochen hätten, sind tot. Und deswegen ist es so, eine Perle. Es ist eine Perle, auch mal ähm. Zu erfahren, wie es ist, weil du kennst ja die auch ähm. Das Regime in Vietnam, also es ist eine sozialistische Republik ähm es ist ähm ja wie gesagt sozialistisch, aber sanfter Sozialismus. Die Menschen äh können. Das tun, also können das Leben, was sie leben möchten. Es gibt natürlich eine strenge Hand, aber im Vergleich zu anderen Ländern. Die sich auch als sozialistisch bezeichnen, ist es, finde ich, freizügig, also liberal würde ich behaupten, also von meinen Erfahrungen, von dem Bild, was ich habe vor Augen ähm und. In den Geschichtsbüchern, die man in der Schule bekommt, bis dato kriegt man das ziemlich vorgekaut, ja. Es gibt also das interessanteste ist für die junge Generation, also meine Generation und die Jüngeren, die Dreißigjährigen, 20jährigen. Viele haben immer geglaubt zum Beispiel, die Vietnamesen, die das Land zu dem damaligen Zeitpunkt verlassen haben, sind Verräter. Hochverräter. Also das habe ich auch mal zu hören bekommen, ne? Also das man leicht glauben könnte, dass meine Mama eine Hochverräterin sei. 
Wolfgang
00:36:42
Als sie damals gegangen ist. 
Isabelle
00:36:45
Also erst mal musste ich schlucken. Habe gesagt, hä, what? Und dann habe ich erklärt, einen Moment, Man darf den Kontext nicht äh zerreißen und nicht vergessen, ja und das Persönliche, eigene Leben, also das persönliche Schicksal, ja, meine Mutter war schwanger. Meine Mutter wollte nur ihre Ruhe haben. Meine Mutter wollte ihr Kind retten. Also es ging nicht dadrum, ein Land äh ein Land zu verraten, eine sie hatte keine Ideologie. Sie wollte nur leben, überleben, ja? Und äh in den Geschichtsbüchern wären zum Beispiel so was, äh also solche Aussagen, sicherlich äh zu finden sein. Dass äh die Patrioten, also diejenigen, die da geblieben sind, ja die die richtigen Patrioten sind und alle andere, die gegangen sind, Verräter. Stimmt aber nicht. Es ist ja, man vermutet das und man weiß es auch dort, Ja, weil viele haben ja Verwandtschaft in Kanada, in Amerika, äh sonstwo in Korea oder in Europa, in Frankreich äh und die haben ja miterlebt, dass die Menschen, Eine eine große Sehnsucht nach ihrem Heimatland haben. Sie sind nicht freiwillig gegangen. Sind sie nicht, ja, also. 
Wolfgang
00:38:04
Vom Krieg geflohen bin. Ja. 
Isabelle
00:38:05
Krieg geflohen, ja, vom Krieg, ja. Nicht vor vor der Ideologie, ja. War alles andere und und ich finde es sehr gut, dass äh dass das Buch, also die die mütterliche Biografie in Vietnam erschienen ist und gelesen wird. Äh es wird in mittlerweile in manchen Unis und, Schulen auch als Lektüre vorgeschlagen, das finde ich toll, Weil da kann man sich mit dem Thema auseinandersetzen und da wird man konfrontiert mit der Geschichte einer Zivilistin. Was hat sie empfunden? Warum hat sie das gemacht, Im Nachhinein unterm Strich entdeckt man am Ende der Geschichte, dass sie sehr gelitten hat. Sie hat Heimweh gehabt. Sie hat ihr Lernen geliebt und sie hätte alles gegeben, bloß um zurückzukommen. Und das ist etwas, äh nachdem das Buch präsentiert wurde, ja, also es ist auch durch die Zensur gegangen und so, aber es wurde veröffentlicht. 
Wolfgang
00:39:00
Wurde da was verändert durch die Zensur? 
Isabelle
00:39:03
Wenig, also zum äh Dinge zum Beispiel wie äh wenn man irgendwo, wenn man ich und meine Mama äh ins Flugzeug gestiegen sind, da da rede ich über gar keine Hühner. Das wurde zum Beispiel gestrichen. Ja, also ganz schlimm. 
Wolfgang
00:39:21
Ganz, ganz schlimme Dinge. 
Isabelle
00:39:23
Die Message, die Message, die Botschaft, äh so wie das war, ist so geblieben ähm und, Für mich war das sehr wichtig. Also man hat verstanden, man hat der Geschichte meiner Mama die Chance gegeben, zu existieren. Also man hat gezeigt, dass es durchaus nicht so war, wie man es vorgaukelt. Ja, die Vietnamesen, die ins Ausland, äh zum Beispiel nach Frankreich gegangen sind, waren alle Verräter. Sie haben dort ein wunderschönes Leben gehabt. Sie sind reich geworden, nein, warbella Papp in der in der Biografie beschreibe ich, wie meine Mama alles andere wollte, als Irland äh verlassen und B, dass sie gar nicht glücklich war, sie war sehr unglücklich, Ihr einziges Glück waren ihre Kinder. Ja, ihre Kinder, ihre Familie hat sie glücklich gemacht, und äh C, sie war alles andere als reich. Sie war bitterarm, ja. Sie hatte fünf Kinder und wir schliefen es gab eine Zeit, wo wir kein Bett hatten. Wir schliefen auf dem Boden, ja. Auf dem Estrich, das weiß ich noch. Kein Bett, eine Decke für fünf, ja? Danke. Das ist nicht Reichtum. Dieses diese Fakten mitzuteilen, zu sagen, hey Leute, ihr irrt euch und vor allem, dass man mir durch die Bücher die Möglichkeit gegeben hat zu sagen, hey, es war gar nicht so, ja? Das öffnet die Augen. Das öffnet die Augen und und eigentlich äh das hilft den Menschen, sowohl. In Frankreich als auch in Vietnam äh zu zu reflektieren was hat dann der Krieg als Konsequenz? Eigentlich ein Anti-Anti-Kriegsbuch. Es hat mein Vater sein Leben zerstört. Da bin ich mir sicher, dass er komplett, komplett äh vermarkt wurde durch diese Kriegserlebnisse, er hat ja Tunesien gemacht, er hat Vietnam gemacht, er hat Algerien gemacht und nach elf Jahren war er immer noch nicht tot. Ja also. 
Wolfgang
00:41:22
Berufssoldat entfernt. 
Isabelle
00:41:23
Soldat, weil er musste, ja? Das war also weißt du sein, sein äh, Großvater war im ersten Weltkrieg gestorben, der hat eine Supermedaille gekriegt, sein Vater ist im Zweiten Weltkrieg gestorben, hat auch äh eine Medaille gekriegt. Mein Vater hat postum äh die ähm wie sagt man. Also diese diese hohe Auszeichnung Les Jonar. Also äh Postum für seinen Vater, also sprich ein hochdekoriert, ja, mit 14 Jahren hat er sie in Empfang genommen. Also sprich hochdekorierte Soldatenfamilie und das war Pflicht, aber das ist alles scheiße. 
Wolfgang
00:42:02
Ja, Krieg hat nur Verlierer. 
Isabelle
00:42:04
Einfach scheiße, nur um die die Lobbyisten und die Interessen von hohen Politikern zu vertreten, schickt man die kleinen Bürger in den Krieg und, Und wie immer leidet die Bevölkerung darunter. Ist meine Meinung über den Krieg. Ja, also und ich bin sehr dankbar, dass äh dass mein Buch dann so geliebt wird dort, weil es dann auch einen Einblick gibt in den Alltag einer Frau, die ausgewandert ist, quasi gegen ihren Willen. Es war eine Art Rehabilitation für meine Mama. Wo wo das Buch dort erschienen ist, ja. 
Wolfgang
00:42:42
Deine Mama hat's nicht mehr miterlebt. Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Buch über deine Mutter zu schreiben? Ich meine, das Leben deiner Mutter, so wie du's jetzt erzählt hast und wie du es auch vorab schon ein bisschen erzählt hast, ist das schon außergewöhnlich spannend, weil sie durch diese ganzen Kriegshöhren viel erlebt hat, weil sie ein fremdes Land ausgewandert ist. Sprach deine Mutter anfangs französisch oder war das für sie auch noch mal eine. 
Isabelle
00:43:06
Gelernt. 
Wolfgang
00:43:07
Dann auch gelernt und äh Französisch ist ja auch nicht die einfachste Sprache. 
Isabelle
00:43:11
Nein, ist es nicht und auch äh die die Vietnamesen können keine Ehre und kein S aussprech, also sie sprach Französisch sehr akzentuiert da habe ich schon als kleines Kind also übersetzt zwischendurch, deswegen bin ich auch von Beruf Dolmetscherin geworden wahrscheinlich, aber ähm. Ja, das hatte mit einem Versprechen zu tun. Also meine Mama hat mir, wie gesagt, äh sehr früh äh sehr oft über ihr Leben erzählt, auf mein Verlangen hin und, mit sechs Jahren war ich so fasziniert, dass ich ihr gesagt habe, wenn ich groß bin, schreibe ich mal ein Buch über dich und da hat sie gelächelt, ja, dass ich. 
Wolfgang
00:43:52
Dann hast du es äh Versprechen dann 2009 eingelöst und hast das Buch. 
Isabelle
00:43:56
Das habe ich also früher äh wollte ich das einlösen, aber wie gesagt, das Buch ihre Geschichte wurde erst 2015 in Deutschland äh äh. 
Wolfgang
00:44:08
2015 erst gedruck. 
Isabelle
00:44:09
Der Fischer Verlag äh erstmal meine Biografie drucken wollte und das hieß im Jahr 2tausend9 erschienen, Nochmal gedruckt äh wurde es im Jahr 2011 und dann habe ich noch dreieinhalb Jahre ähm also meine Lesetour gehabt durch Deutschland, und äh dann ähm habe ich im Selfpublisher Modus die mütterliche Biografie veröffentlicht und da habe ich das Finale erreicht bei dem Wettbewerb, auch von Amazon und ähm genau und also zweitausendfünfzehn. 
Wolfgang
00:44:43
2015 erst, aber. 
Isabelle
00:44:44
Eine Weile her, ja. 
Wolfgang
00:44:46
Aber wie fühlt es sich das dann an, wenn du nach so vielen Jahren dann dieses Versprechen eingelöst hattest? Dass du als kleines Mädchen abgegeben hast. 
Isabelle
00:44:53
Es war war gut, war gut. Also ein gutes Gefühl, also weißt du so, es gibt zwei, zwei Dinge, die ich mein Leben gerne tue. Das ich Gutes tue, also Menschen helfen, das ist ich ich habe ein Helfersyndrom steckt drin. 
Wolfgang
00:45:07
Es gibt schlimmere Dinge, Isabell. 
Isabelle
00:45:09
Ja und es ist schreiben. Ja. Ich liebe Schreiben. Ich äh ich möchte nicht mitteilen. Ich möchte die Menschen entführen in anderen Welten und äh ihnen mal teilhaben lassen an meine Fantasie. Ja, ich habe sehr viel im Kopf und sehr viele Geschichten, also aber, Dass die Biografien schreiben, wie gesagt, da habe ich nicht so viel Freiraum und Spielraum. Es muss nicht an die Fakten äh halten, Deswegen habe ich auch einen Roman jetzt geschrieben im Coronajahr und äh ich bin sehr gespannt, weil das ist einfach auch zum Zeigen, dass ich, Äh etwas anderes schreiben kann, andere andere Chance. 
Wolfgang
00:45:48
Schon ein bisschen was verraten in was für eine Richtung dieser Roman geht. 
Isabelle
00:45:52
Ja äh Fantasy-Literatur. Ja. Also nicht sehr abgespace mit Fabelwesen oder sowas, sondern eher sehr irdisch. Aber trotzdem fantastisch, weil es da äh in dem Buch um die Frage geht, etwas nach dem Tod. 
Wolfgang
00:46:15
Ist eine gute Frage. Wie viele Menschen umhertreibt. 
Isabelle
00:46:19
Genau, also die Angst der Menschen vor dem Tod äh oder die Ungewissheit äh gibt es einen Gott bestimmen wir selbst über unser unser Sein und. Sein oder ist es alles vorbestimmt und wenn es alles vorbestimmt ist, lohnt es sich überhaupt eine Meinung zu haben. 
Wolfgang
00:46:38
Das ist eine gute Frage. 
Isabelle
00:46:41
Und das habe ich äh in einer äh in einem satirischen Roman, also es ist ein ein bisschen eine Gesellschaftssatüre ähm, Ja, weil ich beobachte sehr gerne und äh wenn ich äh wenn mir wenn mir jemand begegnet, sage ich immer, sei immer vorsichtig äh mit deinen Aussagen, denn du äh äh du könntest eines Tages mit deiner Aussage in eines meiner Bücher landen, das ist wirklich so, ich ich sammle immer so Gedanken oder wenn mich jemand mal äh beeindruckt hat oder wenn ich etwas gehört habe oder eine Reaktion beobachtet habe, notiere ich mir das und das ist natürlich äh Stoff für zukünftige Bücher und und dieses Buch habe ich in zehn Monaten geschrieben. Ja wie gesagt 350 Seiten sind es und es ist spannend. Es ist eine Liebesgeschichte, zwischen zwei Menschen, die absolut unterschiedlich sind. Äh ich darf ein bisschen verraten, okay, die eine Protagonistin ist mir sehr ähnlich, also spirituell veranlagt und offen für, weltliche Themen und äh das Gegenstück das männliche Gegenstück ist ähm ja wissenschaftlich veranlagt und glaubt überhaupt nicht an solchen Dingen, prallen natürlich, also ihre Welt prallt natürlich aufeinander. Ähm indem sie Zeit miteinander im Koma verbringen müssen. 
Wolfgang
00:48:02
Okay, wow. Also es klingt auf jeden Fall, das klingt auf jeden Fall sehr interessant und weißt du schon, wann das Buch erscheinen wird? 
Isabelle
00:48:09
Sobald ich den richtigen Verlag habe, ja äh ich hoffe dieses Jahr ja und äh schauen wir mal. 
Wolfgang
00:48:17
Da bin ich auf jeden Fall sehr gespannt. 
Isabelle
00:48:19
Ja, ich auch. 
Wolfgang
00:48:20
Aber Isabel, ähm es gibt ja noch ganz andere spannende Dinge, die du erzählen könntest. Du hast die spannende Geschichte von äh deiner Mutter. Du hast deine unglaublich spannende Geschichte mit der du jetzt den Vietnam sehr viel über das Thema sexuellen Missbrauch sprichst und da fehlen Menschen Mut machst, was ich total beeindruckend finde aber du engagierst dich ja auch seit einigen Jahren noch in Vietnam äh auf ganz andere Art und Weise für Kinder und zwar durch diese Stiftung, die du hast. Du hast ganz am Anfang gesagt, du bist Schriftstellerin und äh Stifterin. 
Isabelle
00:48:52
Ja, leidenschaftliche Stift. 
Wolfgang
00:48:54
Leidenschaftliche Stifterin. 
Isabelle
00:48:55
Ja? Äh ja, dass auch das hat mit meinem ehemaligen Versprechen an meine Mama zu tun. Ich hatte ihr äh also nicht damals, also damals mit sechs Jahren habe ich ihr versprochen, dass ich das äh ein Buch aus ihrer Geschichte mache, aber später im Laufe der Jahre äh war ihr Wunsch, Gutes zu tun. Sie hat gemeint, wenn sie das Geld hätte und äh die Kraft hätte, würde sie unbedingt etwas Gutes tun für Bildung, in ihrem Heimatland und ich habe ihr gesagt, wenn ich, wenn ich es eines Tages schaffe, wenn ich in der Lage bin, werde ich es für sie vertretend machen und das ist dann der Fall gewesen. Ähm vor sechs Jahren habe ich die Lohrenstiftung, also Loren ist ihr Spitzname, Bedeutet auf äh vietnamesisch Phönix. Genau und deswegen Stiftung in ihrem Andenken, und ähm ursprünglich wollte ich nur eine Schule bauen. Ich habe mir gedacht, ähm okay eine Schule wird reichen, ähm und dann ist mein Versprechen äh gelöst, damit ich frei und ähm, Als ich dort war, vor Ort war, habe ich gesehen, dass man viel mehr tun könnte und ich habe gedacht, ich kann das. Äh so schwer ist es nicht. Äh ich weiß zwar, ich weiß zwar noch nicht, wie aber ich weiß, dass, Und ähm so habe ich die Stiftung gegründet. Es ist eine eine Verbrauchsstiftung, die dann ohne Kuratorium sehr schnell handeln kann, also. 
Wolfgang
00:50:25
Was bedeutet denn das? Ich kenne mich nicht so gut aus mit Stiftung. 
Isabelle
00:50:28
Es soll die Stiftungsform, wenn man eine Stiftung gründet, ist sehr wichtig ähm in den üblichen Stiftungen hast du immer ein Kuratorium und dann Mitglieder und die müssen immer entscheiden, also äh Versammlungen, haben und dann entscheiden über die Themen die, Werden müssen, um etwas zu genehmigen. Eine Verbrauchsstiftung handelt ganz anders. Sie hat, Vorstandsmitglied bin ich und dann zwei andere unter mir und ich kann allein entscheiden sofort, Wenn Geld da ist in der Stiftung, ob ja oder nein. Und das ist genau das, was zu mir passt. Ich kann mir selbst ein Bild machen von der Lage, Ich kann gleich sagen, okay, das Budget habe ich oder das Budget werde ich besorgen. Äh wir sind auf Spenden angewiesen und daher ist es immer das die die größte Arbeit und die größte Mühe an Spenden heranzukommen. Ähm. Meine Tantiemen auch von den Büchern, die spende ich auch immer äh in die Stiftung. Also ich ich habe alles im Leben, was ich mir wünsche und daher äh das, was ich verdiene, wird auch äh in die Stiftung äh fließen oder fließt bereits drin. Und äh dann kann ich wirklich von einem Tag zum anderen sagen, ja, machen wir und das ist der Erfolg, also das ist sehr, sehr effektiv. Sehr effektiv. 
Wolfgang
00:51:52
Könnte mir vorstellen, wenn man nicht so dieses große Gremium irgendwo hat, wo man noch viele Runden drehen muss, um Dinge zu besprechen. 
Isabelle
00:51:59
Und vor allem halte ich die Stiftung klein, weißt du, wir sind ähm wir bestehen aus ehrenamtlichen Mitgliedern, also wir sind eine eine, Eine kleine Truppe, jeder hat so seine, seine Begabungen. Ich habe mal ein paar Leute, die sind in der Technik versiert, Ist äh ein anderer ähm, also Filmproduzent so also er macht so kleine Filme für für kleine Sender äh eine andere ist ja eher in der Öffentlichkeitsarbeit tätig und so weiter und äh, auf Abruf. Wenn ich was brauche, rufe ich an oder sage, hey, kannst du mir da helfen und das machen, das machen? Und das funktioniert. Die machen das alles ehrenamtlich ohne Gehälter, Obwohl Gehälter zustehen würden, aber nein. Ich sage von vornherein, wenn du was tust und es gerne tust, musst, machst es kostenlos. Fertig. Es gibt keine Diskussion. 
Wolfgang
00:52:51
Das ganze Geld wird für diese Projekte dann verwendet, die ihr Umsatz. 
Isabelle
00:52:53
Und auch die ganzen an Ministrationskosten, die es durchaus gibt, ja also in der Regel äh zwischen fünf und äh zwanzig Prozent, geben Stiftungen aus, um diese diese Administrationskosten zu verwalten, ne, inklusive Reisen und äh Mieten und so weiter, Das haben wir durchaus auch, aber das gleichen wir aus privat, zahlen wir aus der eigenen Tasche, sodass jede Spende, die reinkommt auch eins zu eins dorthin landet, wo sie landen soll und ähm, Ja und dann kann ich äh entscheiden so also gleich sofort, Das wird gemacht und ich halte die Stiftung klein, wir haben kein großes Gebäude. Ich arbeite von zu Hause aus. Das ist das ist mein Büro. Lahn Stiftung zu finden, Fertigpunkt, kein keine Personalkosten, keine Miete, nichts. Es ist alles auf null gehalten, und äh und so kann ich äh erfolgreich äh die Projekte realisieren und gerade in in der ärmsten Region Vietnams. 
Wolfgang
00:53:57
Welche Region ist denn das? 
Isabelle
00:53:59
Das hieß der der Norden, der hohen Nordwesten, also die ärmste Provinz Vietnams äh ist die Provinz, Das ist gerade an der Grenze Chinas, das sind so 300 Kilometer äh Grenzgebiet, direkt an der Grenze Chinas und das ist sehr ähm, und sehr schwer zugänglich. Also da kannst du nicht äh alle Dörfer erreichen mit einem Auto. Also du, manche erreichst du nur zu Fuß oder mit dem Moped. Genau und das ist das macht es schwierig, weil diese Region ähm ist äh nicht zugänglich und da da kommen keine Investoren. Also vielleicht im im landwirtschaftlichen Sektor inzwischen mit Teeplantagen oder so, aber punktuell oder reis Anbau, aber da findest du keine Industrie und äh das ist der Grund, warum warum diese Region ähm ganz hinten das Schlusslicht ist und äh Hilfe. 
Wolfgang
00:54:56
Und da gibt's dann auch nicht von diesen ganzen anderen Organisationen irgendwelche Hilfsangebote. 
Isabelle
00:55:01
Also äh in der Nähe der Städte oder der Stadt Hanoi zum Beispiel, im nördlichen Gebiet zwischen Hanoi und im Umkreis von vielleicht 1hundert Kilometern. Da gibt es ja äh SOS Kinderdörfer mittlerweile, ja so weil wo ich die Stiftung gegründet habe, gab es das nicht. Es gibt auch Plan International oder äh die auch mal äh jetzt versuchen punktuell zu helfen. Aber wie gesagt, punktuell. Also es fängt gerade ein bisschen an, aber die haben alle, äh diese Kosten äh und diese Abzüge und äh ich weiß nicht, ich kann nicht garantieren, dass äh alle Gelder wirklich da ankommen, dass die jede Spende auch da ankommt, wo sie wo sie vorgesehen ist, ja. Also bei mir kann ich das garantieren deswegen. Auf mich ist Verlass. Ich ich weiß, so ist und äh es ist transparent und zuverlässig und auch streng kontrolliert, weil ich selbst ein strenger Mensch bin und, Ja, es ist es ist halt so und es ist es zeigt, also der Erfolg zeigt, in den letzten sechs Jahren seit der Gründung haben wir schon 20 schulische Einrichtungen gebaut. 
Wolfgang
00:56:11
20 Gebäude dann oder. 
Isabelle
00:56:13
Ja, Internate, darunter drei zweistöckige Gebäude für 160 Kinder jeweils, Kindergärten, Schulen, Bibliotheken, Kantinen, sanitären Anlagen und so weiter, baulich wirklich da mit Substanz, ja. 
Wolfgang
00:56:30
Ist wirklich richtig viel. 
Isabelle
00:56:31
Also nachhaltig auch mit Garantie, dass äh dass äh die Lehrer da sind und dass es als solches genutzt wird und ähm Das läuft nebenbei, neben den anderen Projekten wie wir haben auch äh ein Stipendiumprojekt ins Leben gerufen vor einigen Jahren, wo wir mal ähm willige, wirklich motivierte Kinder mit Potential, helfen ähm das Abitur zu machen und äh helfen zu studieren. Also, Es gibt auch ganz tolle Geschichten über über ein paar Mädchen, die dann äh also es gab ein Mädchen zum Beispiel, die wollte unbedingt ähm. Nahrungswissenschaft studieren in Hanoi, ja also liegt 400 Kilometer von Hanold. Kannst du dir da vorstellen, da brauchst du acht Stunden, um diese. 
Wolfgang
00:57:18
Weil es so ein schwerer Weg. 
Isabelle
00:57:20
Ganz, ganz schwer, so besonders die letzten 1hundert Kilometer, die schaffst du nur im Schritt. Ja, also fünf Kilometer pro Stunde. Sehr gefährlich und so weiter, also. Also sie stammt auch doch aus einem Dorf irgendwo, wo man nur zu Fuß hinkommt. Auf jeden Fall war dieses Mädchen mit Abitur und wurde aufgenommen in der beim bei der Prüfung, auf der wir Prüfung. Ihre Eltern, Reisbauer, ganz arm, viele Kinder, kein Geld, haben äh waren dagegen. Sprich, sie sollte aufs Feld arbeiten. 
Wolfgang
00:57:50
Wegen der Arbeitskraft wahrscheinlich oder? Genau. Die brauchen die Familien da oft. 
Isabelle
00:57:54
Brauchen, die, sie brauchten sie, ja und äh ihr Wunsch war so stark, dass sie dann einfach ihre Sachen gepackt hat und ihnen einen Bommelbus gestiegen ist, 400 Kilometer gefahren ist, in Hanoi gelandet ist und hat ihre Lehrerin angerufen, gesagt, ich bin in Hanoi, mein Habungut bei mir. Ich stehe auf der Straße. Was sollen wir tun? Ja und an diese Lehrerin hatte im Fernsehen von der Stiftung gehört, rief beim auswärtigen Amt an, hat sich erkundigt. Die haben gesagt, ja es ist die Frau Müller. Wir hatten dann bekam ich eine einen Anruf und eine Mail noch und ja, wir haben hier ein Mädchen, das und das und das. Sie will studieren. Was machen wir? Er hat gesagt, erst mal aufnehmen. Also unterbringen in einer WG so und dann haben wir mit der Uni gesprochen und, dass die Uni ihr äh die ganzen Gebühren erlässt, also sprich sie darf bis Studium Ende studieren, Äh sie hat sich gleich drei Jobs besorgt. Äh sie hat da so unser Stipendium bekommen. Also ich so ein Stipendium für ein Jahr kostet ungefähr fünfhundertfünfundzwanzig Euro. Ähm das Mädchen war nicht faul, wie gesagt, sie hat sich gleich drei Jobs besorgt, und ihre Familie hat dann verstanden, dass es ihr Herz und Schwanz äh ist und sie haben sich versöhnt und haben. Und nach einem Jahr hat dieses Mädchen gesagt, Erste Jahr hat sie unsere Unterstützung gebraucht. Jetzt braucht sie es nicht mehr. Ihre Familie unterstützt sie mit dem bisschen Geld, was sie haben. Sie haben's verstanden, dass wenn sie, irgendwie Abschluss hat, dass sie dann mehr bringen kann der Familie, gerade, ja? Das haben Sie verstanden und ähm also das Kind ist glücklich und hat dann gesagt, sie gibt ihr Stipendium einem anderen Kind. 
Wolfgang
00:59:46
Du hast großartig. 
Isabelle
00:59:48
Sowas ist für mich Erfolg. 
Wolfgang
00:59:49
Es ist absoluter Erfolg und es ist auch toll. Ich stelle mir das so vor, diese Familie, die da in so einem Bergdorf lebt, die kennt ja vielleicht gar nicht so einen Alltag, dass ein Kind studiert. Sie war noch nie. 
Isabelle
01:00:00
Mal in der Stadt, die die sind über überfahren, also wenn sie dort in der Stadt sind, diese ganzen Eindrücke, weißt du, Hanoi ist eine eine lebendige Stadt, also mit iPhones, mit. 
Wolfgang
01:00:12
Ist wie so eine europäische Stadt, so vom ganzen Trubel. Ich ich war noch nie in Vietnam. Ich ich war mal vor einigen Jahren in äh in Thailand, da diesen diesen Kontrast auch so stark. Also wir kamen in Bangkok damals an und das hat mich auch komplett über überrollt die Stadt. 
Isabelle
01:00:30
Erschlagen. 
Wolfgang
01:00:30
Also ich habe schon einige Großstädte gesehen, aber Bangkok war für mich too much. Das hat mich komplett überschlagen. Und wir waren dann auch noch in so ländlicheren Regionen unterwegs, Wo es dann für mich als Tourist auch sehr ärmlich ausgesehen hat und das fand ich halt auch brutal, dass das ein Land ist, das jetzt ein paar Stunden äh sind diese beiden Orte jetzt voneinander entfernt, diese Vorstellung, wenn jetzt irgendeine Person, die jetzt ihr ganzes Leben in so einem Dorf lebt, jetzt plötzlich in so einer Großstadt ist, dass das ja eine komplett andere Welt einfach. 
Isabelle
01:01:03
Also ich ich denke, unsere Stipendiaten sind, also verdienen einen Orden, denn wenn du sehen würdest, woher sie stammen, also ich hole sie quasi aus dem Schlammloch. So würde ich's beschreiben. Also die die legen ganze Strecken zurück als kleines Kind schon, ja? Das ist, gefährlich dort, ja. Es gibt auch mal äh ähm Kinderhandel, ne, die Chinesen entführen Kinder und so weiter oder es gibt ja ähm Felsen, die dann abstürzen und Unschlammlawinen und alles Mögliche. Es ist sehr gefährlich. 
Wolfgang
01:01:36
Es gibt wahrscheinlich kein gutes Gesundheitssystem dort oder? Wenn man da eine Krankheit hat oder eine. 
Isabelle
01:01:40
Du oder du stirbst. Ja, also es gibt keine gute ärztliche Versorgung. Also in diesen ganzen Dörfern, ja. Da musst du 100 Kilometer fahren, ja, um, Arzt äh aufzufinden, aber äh diese Kinder schaffen es dann, musst dir vorstellen, die die Schulen sind manchmal nicht besser als als ein Hühnerstall. Das sind Baracken, ja, mit Lehmboden, ohne Fenster, ohne Türen, ohne ohne Heizung äh ohne Licht. Diese Kinder schaffen dann die mittlere Reife, die anderen schaffen dann das Abitur. Die haben schon eine Riesenstrecke hinter sich. Andere sind auch in der hochbegabten Schule gelandet, Also sprich das Potenzial ist ist groß. Und wenn du dir vorstellst, dass so Kinder noch den Sprung in die Uni schaffen, ha also hallo. 
Wolfgang
01:02:34
Ist wirklich unglaublich und wenn man wenn man dazu beitragen kann, den den Kindern die Chance zu geben. 
Isabelle
01:02:40
Die auf jeden Fall. 
Wolfgang
01:02:41
Eine tolle Sache. 
Isabelle
01:02:43
Mit kleinen Beträgen schafft man das schon, ja. Also ich lasse mir immer etwas einfallen, wie kann ich dann helfen? Natürlich hat Corona auch mal unsere Arbeit gebremst, ganz arg. Die Menschen hatten auch mal eigene Ängste und eigene Sorgen und äh ja und das ist schwierig, aber wie gesagt äh ich lasse mir wieder was einfallen, damit ich wieder an Spenden komme. 
Wolfgang
01:03:07
Wie läuft es bei euch mit Spenden? Habt ihr da ähm Mitglieder, die regelmäßig was spenden oder. 
Isabelle
01:03:13
Das ist das Beste, was eigentlich passieren kann, wenn Menschen dann Bauaufträge einrichten, also der kleinste Dauerauftrag, den den wir haben, ist 5 Euro im Monat. Es gibt andere, die dann so 50 Euro im Monat machen. Also es ist in der Regel so der Beitrag. Aber sonst gibt es auch Spenden kurz vor Weihnachten oder zu einer Geburtstagsaktion äh über die sozialen Medien haben wir auch sehr viel erreicht, also Facebook ist zum Beispiel, Ein Medium, das hätte ich auch selbst nicht gedacht, äh dass sie so viel einbringt, aber ja, die Reichweite ist sehr groß, Da haben wir schon einige tausende Euros einsammeln können und sonst Unternehmer. Also Unternehmer, die dann äh sich engagieren wollen und, weil das gönnt sie auch äh absetzen steuerlich in Deutschland und ja. 
Wolfgang
01:04:06
Direkt auch Unternehmen an oder? 
Isabelle
01:04:08
Also ja, das ist meine Arbeit. Also Menschen ansprechen und äh auf die Arbeit der neuen Stiftung äh aufmerksam machen und früher äh also Überlesungen konnte ich das machen oder ja also das ist durch, sprechen, sprechen. 
Wolfgang
01:04:26
Genau. Aber wenn man sieht, wie wie sich das direkt dann auszahlt, ich kann mir gut vorstellen, dass das eine tolle Motivation für dich ist. 
Isabelle
01:04:34
Ist es. Also ich denke auch durch die große Resonanz, über meine Bücher zum Beispiel in äh Vietnam, innerhalb von einem Monat so 53 Presseartikel, also landesweit dann sieben Fernsehsendungen äh die nächste Talkshow ist geplant, jetzt im Juni und so weiter. Also es läuft richtig gut, ähm da wird auch die Arbeit der neuen Stiftung mit eingebunden. Ja. Also man äh eine IsabelleMüller als Schriftstellerin ist nicht wegzudenken ohne, Stiftung zu erwähnen und das ist schön, weil, Manche können sich vielleicht für ein Buch interessieren, andere mehr für die karitative Arbeit gutes tun, wie und wo und ja durch meine Biografien kann man mich und meine Mama besser kennenlernen. Äh man weiß ungefähr, wie ich ticke und äh dadurch, dass ich auch meine Tantiemen spende, weiß man, indem man ein Buch kauft, tut man auch was Gutes automatisch und besonders in Vietnam ist es schön, weil äh die Menschen lesen viel. Und äh sie tun was Gutes für das eigene Land und ich finde es toll. Also ich weiß, es gibt, Sehr viel zu tun überall auf der Welt, auch hier in Deutschland und in Frankreich oder sonst wo, Ich mache nur das, wo ich äh da, wo ich mich auskenne und wo ich ein gutes Gefühl habe, dass ich sicher bin, dass es auch da ankommt. Das ist der Grund, warum ich das dort mache. 
Wolfgang
01:06:02
Ja, ich finde, es gibt sicherlich auf der ganzen Welt viele Orte, in denen man was Gutes tun kann. Wichtig ist, dass man anfängt und ich finde, das ist wichtig, also finde ich wichtiger, als sich jetzt drüber zu streiten, wo man was tut. Genug Menschen auf der Welt und wenn sich genug Menschen engagieren, dann können wir auch jeden jeden Fleck auf der Landkarte abdecken. 
Isabelle
01:06:22
Also ich sehe die anderen äh Organisationen noch gar nicht als äh Konkurrenz, also auch die Erfahrung gemacht, dass äh viele dann so richtig Angst haben, die wenn die Gelder sahen, oh, das ist für Unsere Einrichtung und bloß die anderen nicht erwähnen oder oder manche kopieren auch mal unser unsere Kampagnen oder so also schreiben was Ähnliches, Alles gut. Ich sage immer, hey Leute, wir haben was Gemeinsames, wir tun Gutes. Geht mir dadrum Gutes zu tun und Kindern zu helfen und vor allem Bildung äh auch äh zugänglich zu machen für jeden, der's kann. Wir haben zum Beispiel äh ganz spontan ein Projekt gemacht, also durch äh eine Mitarbeiterin meines Verlages in Vietnam. Sie hat die Idee gehabt, Bücher zu sammeln, also gebrauchte Bücher oder auch neue Bücher äh für Kinder und dann, wir machen das so jetzt jedes Mal wenn wir ein neues Gebäude hinstellen äh liefern wir 5hundert Bücher mit, für die Altersstufen, also die geeignet sind momentan wird es äh Stufe eins bis fünf sein. Die Kinder, äh die dann im Internat bleiben, werden dann, 500 Bücher als in der kleinen Bücherei zur Verfügung haben, um unter der Woche abends oder am Wochenende zu lesen. 
Wolfgang
01:07:38
Schön. Schöne Idee. 
Isabelle
01:07:41
Das ist eine tolle Idee und und das geht ganz querbeet durchs Land äh Menschen, Journalisten, äh Leser, äh Verlagespenden auch äh Gutscheine, zehn Gutscheine für Bücher XY und das ist richtig toll. Also für uns ist es wenig Aufwand. Ich habe ja, Überall diese Empfangsstation mal äh im Norden, im Zentrum, im Süden, die Bücher können hingeschickt werden und dann ist es eine Sache von vier, fünf große Kartons hinschicken. Das ist erledigt und da damit macht man unheimlich äh viel Gutes, ja. Die die Kinder, die Lehrerschaft auch ähm haben dann Material, ja? Also. 
Wolfgang
01:08:27
Die Kinder können lesen und können ihre Bildung vergrößern durch, ich meine in so Ländern, in denen Menschen, in denen es Menschen nicht so gut geht, ist es oft ja auch eine Sache der Bildung, die man fördern muss, damit die Leute dann auch in der Lage sind, sich selbst zu helfen. 
Isabelle
01:08:43
Genau und das ist auch mein Motto, wo ich sage ähm, wenn jemand mal die Schönheit unserer Welt einmal gesehen hat, sei es nur durch Schnorcheln oder durch eine Wanderung oder durch Wissen, wenn man, So diese diese Natursendungen über Nationalparks oder Tierwelt. Also wenn man es entdeckt hat, würde man niemals, Krieg zulassen. Man würde die Welt respektieren, also Mutter Erde respektieren und den Menschen respektieren und alles, was uns umgibt. Respektieren, ne? Also und das hat durch Bildung zu tun. Hätte ich es nicht gesehen, wüsste ich nicht, dass es das gibt und dass es so ist. Also sprich her damit. 
Wolfgang
01:09:26
Auf jeden Fall Und ähm ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn die Leute, die sich diese Sendung anhören, äh jetzt mal sich deine Website anschauen, die verlinke ich natürlich und sich auch mal die Website anschauen von deiner Stiftung und sich dann überlegen, ob sie entweder was direkt spenden oder sich die Bücher kaufen. 
Isabelle
01:09:42
Ja, entweder oder? So liebend gerne und das Schöne ist, man kann mich immer kontaktieren. Es gibt ja auch einen Link, äh wo man mich direkt persönlich ansprechen kann und in der Regel antworte ich immer. Schnell. 
Wolfgang
01:09:56
Kann ich nur so bestätigen. Isabelle, ich fand das super interessant. Das war ein toller Einblick in die ganzen Dinge, die du tust und die du erlebt hast. Ich glaube, man könnte da noch viel, viel länger drüber sprechen, aber ähm dafür gibt's ja deine zwei Biografien und ich glaube, da erfährt man noch so einiges über dich und deine Mutter. Ja. Und auch deine Motivation, die du hast. 
Isabelle
01:10:19
Danke, dass Sie hier sein durfte und ein bisschen aus dem aus dem Nähkästchen plaudern durfte und äh ja immer gern. 
Wolfgang
01:10:27
Sehr gerne, vielen Dank, tschüss. So, das war das Gespräch mit IsabelleMüller. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht. Ich freue mich, wenn ihr auch bei der nächsten Folge wieder mit dabei seid. Genauso freue ich mich aber auch über Feedback. Sehr gerne per E-Mail an Feedback at tausend Geschichten Punkt DE oder als Kommentar auf Instagram. Dort findet ihr den Podcast unter ad tausend Geschichten Podcast. Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann empfehlt ihn doch euren Freunden weiter oder gebt mir eine Sternebewertung bei Apple Podcast oder Spotify. Bleibt gesund und tschüss bis zum nächsten Mal. 

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